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YERBABUENA - ein Schmetterling mit gebrochenen Flügeln
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Im Laufe der vielen Jahre die wir uns nun schon um Galgos aus Spanien kümmern, haben wir fast Alles gesehen was Menschen Tieren antun können. Körperliche
und seelische Misshandlungen, die tiefe, manchmal unauslöschliche Spuren hinterlassen haben. Seit ein paar Wochen ist eine kleine Maus bei uns die uns Allen gezeigt hat, dass die Bestie Mensch immer in der
Lage ist sich noch grauenhaftere Methoden auszudenken, um Lebewesen zu foltern und zu unterdrücken.
Yerbabuena muss jahrelang in einer winzigen Kiste angekettet gewesen sein. Sie konnte sich nie strecken,
bekam nichts vom Leben mit und schaltete, vermutlich um überhaupt zu überleben, geistig fast völlig ab. Sie flüchtete in eine Welt, in der ihr nichts etwas anhaben konnte und vegetierte vor sich hin.
Als man sie, zusammen mit anderen Hunden, befreite, dachte man zuerst sie wäre “nur” verängstigt und schwach wie die anderen Nasen, aber während die sich langsam erholten, lag Yerbabuena nur, in einer
merkwürdigen Haltung, im Zwinger, fraß ab und zu und bewegte sich kaum.
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Sie kam in eine spanische Pflegefamilie, weil man dachte der Tierheimstress wäre einfach zuviel für sie, aber auch dort änderte sie ihr Verhalten nicht.
Todtraurig lag die kleine Maus 20 und mehr Stunden am Tag da, wo man sie gerade hingetragen hatte, verweigerte manchmal das Futter, fraß dann gierig und überstürzt ein angebotenes Brötchen und verfiel wieder in
ihren Dämmerzustand.
Alle tierärztlichen Untersuchungen verliefen ergebnislos. Organisch war die Maus völlig in Ordnung.
Irene von ANAA bat uns um Hilfe und eine unserer Pflegemamas, die spezialisiert ist auf die ganz armen Nasen, sagte zu. Yerbabuena kam nach Deutschland.
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Bei ihrer Ankunft fiel zuerst nur auf, dass sie sehr dünn war und unsicher lief, aber das konnte ja auch der lange Aufenthalt in der Transportbox sein.
Sie fraß brav, guckte sich sogar ein wenig im Garten der Pflegemama um und legte sich dann schlafen. Immerhin hatte sie eine weite, anstrengende Reise hinter sich. Zuerst dachten wir “Aha, schon wieder eine
Nase, die sich , kaum dass sie hier ist, völlig verändert ...”, aber am nächsten Tag musste die Pflegemama fest stellen, dass eigentlich nichts an der Kleinen normal war.
Unter Tränen erzählte sie uns,
dass die Maus so gut wie gar nicht laufen kann, sich nach wenigen wackligen Schritten sofort bei ihr anlehnt und ihren Platz nur verlässt, wenn sie sie trägt. Auch mit dem Futter gab es die gleichen Probleme wie
in Spanien und so wurde erstmal - gesund hin oder her - auf Leberwurstbrötchen und Ähnliches umgestellt. Die Pflegemama erzählte uns auch, dass Yerba irgendwie “abwesend” wirkt - ihr Blick geht “irgendwo hin”
und sehr langsam auf alle Umweltreize reagiert. Gleichzeitig genießt Yerba jede Zuwendung und kuschelt sich dankbar in ihren Arm. Sie ist in keinster Weise schmerzempfindlich. Im Garten wirkt sie
orientierungslos und sucht immer sofort die Nähe der Pflegemama.
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Wir haben Yerba ein paar Tage Zeit gelassen, dann haben wir alle Blutuntersuchungen wiederholt und noch einige mehr gemacht. Ergebnis: Yerba ist
körperlich gesund. Die einzige Erklärung ist die grauenhafte Haltung durch ihren Vorbesitzer. Wir können nichts tun, ausser sie stärken, naturheilkundlich unterstützen und versuchen ihr zurück ins Leben zu
helfen.
Sie ist wie ein kleiner Schmetterling, der es noch nichtgelernt hat seine Flügel richtig zu gebrauchen, weil er immer in einer Keksdose eingesperrt war.
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Yerba hat in den letzten Wochen winzige Fortschritte gemacht, die aber niemand, der sie vorher nicht kannte, bemerken würde. Aber das gibt der Pflegemama,
uns und auch dem Tierarzt Hoffnung, dass ihre kleine Seele ein bisschen heilen wird, aber Yerba wird vermutlich nie ein “normaler” Hund werden, sondern immer ein Mäuschen bleiben, dass unendlich viel Zuneigung
und Aufmerksamkeit braucht, wie ein behindertes Kind ...
Sie braucht Menschen, die mit ihrer "Behinderung" leben können, die sie auch mit ihrem leicht schwankenden Gang, Ihrer
"Zerbrechlichkeit" und ihrer "Abwesenheit" ohne Wenn und Aber einfach nur lieb haben. Sie hat es 1000fach verdient.
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Wenn Sie uns bei ihrer Pflege (sie bekommt Spezialfutter, Aufbaupräparate, homöopathische Mittel und ihr Blut wird sicherheitshalber regelmäßig
untersucht) ein wenig unterstützen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie Patenmama oder Patenpapa von Yerbabuena werden.
Bitte wenden Sie sich an Ute Müller, Mail: wind.ute@gmx.de
DANKE !!!!!!!!
Dieses Jahr werden alle Kerzen auf unseren Weihnachtsbäumen für Yerba brennen. Jede Kerze ein kleines Licht der Hoffnung.
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16.12.2007
Die Pflegemama schreibt: Yerba stand heut zum ersten Mal
plötzlich schwankend im Flur, als ich die Futter-Schüsseln fertig machte - und hat sie dann im Stehen dort geleert!!!!
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Wenn Yerba versucht zu gehen oder zu laufen, hat sie kaum Kontrolle über ihre Beine. Die Vorder- und Hinterbeine gehen in unterschiedliche Richtungen
und die Hinterbeine sind extrem gespreizt, die Vorderbeine viel zu lange nach vorne gestreckt. Dadurch fällt sie auch immer wieder hin. Man hat den Eindruck, dass sie definitiv nicht weiß WIE man geht und
einfach versucht irgendwie nicht das Gleichgewicht zu verlieren ...
20.12.2007 - Die Pflegemama möchte an dieser Stelle nochmal DANKE sagen, dass so viele liebe Menschen Anteil an Yerba’s Schicksal nehmen und helfen. Und sie schrieb noch: “Yerba gibt MIR eindeutig mehr, als ich IHR, so hab ich das Gefühl! Wenn sie mir, wie heut nacht übern Kopf leckt und ihren Kopf unter meinem Hals vergräbt und grunzt, dann bin ich es, die sich bei ihr bedankt - denn das ist ein so enorm schönes Gefühl und ich wette, dass nicht viele dieses kennen und das macht mich wiederum verdammt glücklich :-) !!” und “Yerba macht weiterhin klitzekleine Fortschritte - als ich vom Einkaufen vorhin wiederkam, stand sie aufrecht auf der Couch und hat in die Luft geschnappt ...”
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23.12.2007 - gestern kam sie plötzlich einfach so zu mir und stand dann da wie bestellt und nicht abgeholt - völlig orientierungslos und wußte so gar nicht, was sie überhaupt wollte :-) .. und ich hab vor Schreck beinah das Telefon fallen lassen - "Yerba, mein Gott, Yerba steht da neben mir"! ... einfach so ...
Mein je, ich hab sie beinah plattgeknuddelt ...
24.12.2007 - das Weihnachtsgeschenk für die Pflegemama: “...da seh ich ausn Augenwinkel nen klitzekleinen weißen Grashüpfer in den Garten
springen ... hüpf hüpf, stelz, starks ... das war soooo schön! ..
27.12.2007 - erste Versuche zurück ins Leben ... Yerba weiß zwar noch nicht WIE die Beine funktionieren, aber sie hat
gesehen, dass ihre Hundefreunde laufen und hat es selber mal probiert. Es war ein Gestolpere und Geschwanke, aber sie ist zum ersten Mal WEIL SIE ES SELBER SO WOLLTE gelaufen .... wir sind überglücklich ...
und mit uns Ojeda, die nach dem aufregenden Ausflug mit Yerba gekuschelt hat ...
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01.01.2008 - das Leben kehrt in meine Augen zurück und ich beginne 2008 mit dem festen Vorsatz, dass ich es bald wieder überall spüre, rieche, höre ... meine Pflegemama sagt, dass ich immer ein bisschen ”hinterher hinken” werde ... aber ist das wirklich so schlimm wenn ich selber damit glücklich sein kann ?
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07.01.08 - seit 4 Tagen träume ich ! Träumen ist gut für meine Seele sagt meine Pflegemama und sie hat Recht. Mama sagt “dabei zappeln ihre Beinchen wie kleine Schmetterlinge unter der Decke :-) und sie unkt und japst, dass es eine Freude ist!”
Mama sagt auch, wäre ich ein Computer, würde sie sagen: ich bin wieder "online" Ich mach jetzt viel mehr von allein: wenn ich Hunger habe, komme ich zaghaft, aber doch, "anklopfen",
wenn ich muss, hüpfe ich in den Garten und ich schau mir ab und zu sogar mal die anderen Hunde vorsichtig an.
Mama sagt, dass ich zwar noch immer “motorisch gestört” bin (komisches Wort), aber es wird besser. Wenn ich auf der Wiese “laufe”, sehe ich aus, als würde ich glücklich dabei summen (sagt Mama)
- dabei muss ich mich aber auch sehr konzentrieren und angestrengt darauf bedacht sein, meine Beinchen richtig aufzusetzen und wenn ich mal aus dem Takt komme, bleib ich stehen und sammel mich erstmal wieder!
Unlängst hat Mama gemeint sie würde mich gerne auffressen, so süß bin ich ... da wusste ich nicht so wirklich, ob das was Gutes bedeutet - aufgefressen werden ist ja vermutlich gefährlich, aber so wie sie
mich dabei angeguckt hat, glaube ich, dass das nicht weh tut ... ich weiß halt soviel Dinge noch nicht, aber ich lerne jeden Tag dazu ...
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12.01.08 - heute hat mir eine sehr traurige Pflegemama geschrieben:
“Ich
hab eine Runde Leckies ausgegeben und ihr ihre vor die Nase gelegt - sie hat sie nicht gefunden, aber ganz hektisch rumgerochen, Nase nach oben "wo wo woooo sind die Leckies"! Immer auch mit der Nase
an den Leckies vorbei - ich musste ihr dann einen richtig ins Mäulchen legen, da hat sie es dann verstanden! Irgendwie ist die Verbindung ihrer Sinne gestört - sie ist diese Woche auch etwas
"stehengeblieben" mit ihrer Entwicklung.”
Wir bleiben natürlich weiter optimistisch, aber vielleicht ist das eine oder andere Kerzlein für Yerba ausgegangen? Schaut doch mal nach und wenn Ihr
merkt, dass das kleine Licht der Hoffnung nicht mehr flackert, bitte wieder anzünden - danke !
23.01.08
- Wunder geschehen .... Yerba hat ein Zuhause gefunden, jemand der sie nimmt wie sie ist, nichts von ihr erwartet, aber ihr Alles geben möchte ... die neue Mama schreibt:
Yerba liegt bei mir
auf dem kleinen Sofa. Ich hole mir Frolik "Leckerlis" und zerbrösel einen und werfe ihr das Stückchen zu,( so dass sie es suchen muß ) - sie wird wach ,schnüffelt, frißt, guckt. Wird aufgeregt und
steht auf. Ich animiere sie zum Spiel und lobe sie überschwenglich. Sie springt von sich aus vom Sofa und folgt meiner Leckerliespur bis ins Wohnzimmer. Das Schwänzchen wedelt wie verrückt , sie streckt die
Beine vor, lacht , schüttelt den Kopf und macht mir gegenüber Spielaufforderung. Ich setze mich auf die Erde und sie kommt und schüffelt an meiner Bademanteltasche bis ich das nächste Leckerlie heraus hole. Mein
Mann kommt von meinem "Yerba, Yerba, ja fein , ja schau ,ja fein" angelockt hinzu , kniet sich hin und ich gebe ihm die Leckerlie für Yerba. Sie freut sich und wedelt mit dem Schwanz, sie frißt aus der
Hand und sucht die kleinen Leckerlis von der Erde auf...sie beendet das Spiel von sich aus und geht zum Sofa. Sie war für Momente ganz frei und fröhlich ...
Wir danken alle den wunderbaren Menschen, die Yerba auf ihrem Weg geholfen haben.
Mit Ihrer Unterstützung konnten wir ihr den Weg ebnen, der nun ins Happy End geführt hat. Die Pflegemama hat natürlich engen Kontakt zu Yerba’s neuer
Familie und alle unsere Daumen und Pfoten sind gedrückt, dass Yerba’s Zustand stabil bleibt.
Flieg kleiner Schmetterling, flieg .....
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26.04.2008 Unser Schmetterling hat uns auf der Jahreshauptversammlung besucht
und verzaubert ... sie hat sich großartig entwickelt und wir sind sehr sehr stolz auf sie.
Mai 2009 Was genau in den letzten zwölf Monaten passiert ist, wissen wir nicht - was wir wissen
ist, dass dem Schmetterling die Flügel gebrochen wurden ... Sie ist wieder bei uns und fassungslos und traurig müssen wir jetzt dieses Bild einstellen.
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Abgesehen davon, dass sie klapperdürr und ausgetrocknet ist, hat sie viele Wunden, teilweise sind es eindeutig Bisswunden :(
Wir haben etliche Erklärungen erhalten, aber keine weckt auch nur einen Funken Verständis für den Zustand der Maus.
Yerba ist jetzt wieder bei einer Pflegemama, die alles tut um die Kleine wieder
aufzupäppeln. Glücklicherweise nimmt Yerba ihr Futter sehr gerne und trinkt auch normal. Die vorhandenen Hunde haben sie sehr liebevoll aufgenommen und sie traut sich jetzt - nachdem sie gemerkt hat, dass ihr
nichts passiert - auch wieder zu schlafen.
Wir hoffen, dass sie das letzte Jahr schnell vergisst, ihre Flügel heilen und sie bald wieder fliegen kann.
17.05.09
- die Pflegemama hat beschlossen, dass Yerba nicht noch einmal umziehen muss. Sie darf bleiben ;-)
Wer Yerbabuenas Geschichte weiter verfolgen möchte, kann das hier http://shivaswelt.oyla.de/cgi-bin/hpm_homepage.cgi tun ;-)
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